#zusammenHaltNÖ is watching you…

 

Positiver Schlussakt:
die Verurteilung des René Schimanek,
am 11.3.2026 wegen NS-Wiederbetätigung im Landesgericht Krems zu 12 Monaten bedingt.

#NIEWIEDERISTJETZT

Ab Jänner 2025, dem Zeitpunkt, zu dem Schimanek im Langenloiser Gemeinderat zum FPÖ-Stadtrat gewählt wurde, engagierte sich #zusammenHaltNÖ vor Ort gegen die Nazi-Ideologie.

Chronologie unseres Protestes:
Wir recherchierten zu den aktuellen und früheren Ereignissen rund um die Familie Schimanek.
Wir protestierten lautstark vor dem Gemeinderat, schrieben Briefe und verteilten Flyer an den Gemeinderat.
Wir führten Gespräche mit dem Bürgermeister und den Gemeinderät*innen, beobachteten demonstrativ den Verlauf der Gemeinderatssitzungen, tauschten uns mit der neu gegründeten Langenloiser Initiative ‚Dialog und Demokratie’ aus, informierten über unsere Kanäle, v.a. unsere Social Media Beiträge erreichten ein beachtliches Publikum.
Wir lieferten Infos an die Mainstream-Medien und promoteten die Publikation „Der Tag X. Die Umsturzphantasien der Rechten“ von Gernot Rohrhofer.
Wir widmeten ein #zusammenHaltNÖ-Vernetzungstreffen dem Thema Rechtsextreme Entwicklungen und was wir zur Stärkung der Demokratie tun können.
Wir arbeiteten mit der Plattform Stoppt die Rechten zusammen.

Der Langenloiser Bürgermeister kündigte den Pachtvertrag mit der Familie Schimanek für das Forsthaus Kronsegg – nicht zuletzt aufgrund der Proteste der Grünen, der Initiative Dialog und Demokratie, von #zusammenHaltNÖ und der Medienöffentlichkeit. Ein wichtiger juristischer Schritt, der deutlich machte, dass die Schimaneks eine Belastung für die Gemeinde Langenlois sind.

Die Anklage der Staatsanwaltschaft, der Prozess am Landesgericht Krems, das Urteil durch die Geschworenen:
#zusammenHaltNÖ wertet die Verurteilung (auch wenn sie milde ist) als Zeichen eines funktionierenden Rechtsstaates. Der NS-Wiederbetätigung wurde eine rote Linie gesetzt. Dieses Urteil hat Signalwirkung für die Region, für Langenlois, für die Gesellschaft, für die rechtsextremen Gruppen, die es nach wie vor gibt.
#zusammenHaltNÖ wird auch zukünftig wachsam sein und gegen NS-Ideologie und Rechtsextremismus aufstehen.

Recherche: „Der Fall Schimanek und seine Verbindung zu den Sächsischen Separatisten“ vom Febraur 2025

Hier der informative Prozessbericht der Plattform „Stoppt die Rechten“:

https://www.stopptdierechten.at/2026/03/12/

Nur das gemacht, „was sein Papa wollen hat“ – Der Prozess gegen René Schimanek

René Schimanek, einst Büroleiter von Walter Rosenkranz, ist nach einer NS-codierten Todesanzeige wegen Wiederbetätigung schuldig gesprochen worden. Vor Gericht prallten knappe, seltsame Erklärungen und familiäres Neonazi-Umfeld aufeinander – mit Folgen über den Einzelfall hinaus.
Ein Prozessbericht.
12. März 2026

Ausstellung im Gerichtssaal mit Teilen der NS-Funde im Forsthaus (c SdR)

Ausstellung im Gerichtssaal mit Teilen der NS-Funde im Forsthaus (© SdR)

Eine Familie vor Gericht
Es war das nunmehr vierte Mitglied der Familie Schimanek, das am Mittwoch den 11. März im noch nicht so langen Jahr 2026 auf der Anklagebank vor Gericht Platz nehmen musste. Nach seinen zwei Neffen, die seit Jänner in Dresden im Rahmen des Prozesses gegen die „Sächsischen Separatisten“ wegen des Verdachts auf Bildung einer rechtsterroristischen Vereinigung teilweise als Rädelsführer vor Gericht stehen, und seinem Bruder Hans Jörg Jun., der im Februar wegen nationalsozialistischer Wiederbetätigung in Wien zu einer 18-monatigen bedingten Haftstrafe verurteilt wurde, war es nun René Schimanek, der ehemalige Büroleiter des Nationalratspräsidenten Walter Rosenkranz, der sich wegen Verstößen gegen das Verbotsgesetz vor Gericht verantworten musste.

„Es liegt in der Familie“, titelte die „Frankfurter Allgemeine“ (20.2.26) in einem Artikel über die Schimaneks, denn diese hätten „Verbindungen zur FPÖ und zu Neonazis“. Vor einer möglichen „Sippenhaftung“ warnte deshalb der Verteidiger von René Schimanek, Werner Tomanek, bereits im Vorfeld des Prozesses. Die Staatsanwaltschaft betonte demgegenüber, dass das soziale Umfeld eben auch die Person prägen würde. Und sie warf René Schimanek vor, Ende Dezember 2024, nach dem Tod des Vaters Hans Jörg Schimanek Senior, eine Todesanzeige veröffentlicht zu haben, auf der eine Irminsul und der Spruch „… und ewig lebt der Toten Tatenruhm“ zu abgedruckt waren.

Auf Anweisung des FPÖ-Stadtrats René Schimanek wurde die Parte von Gemeindebediensteten auf die Website der Gemeinde Langenlois gestellt und war damit für die Öffentlichkeit zugänglich. Erst nach über einer Woche wurde sie auf Anweisung des Bürgermeisters entfernt. „Wir haben schon über die Medien mitbekommen, dass mit der Parte etwas nicht stimmt. Als wir aus dem Weihnachtsurlaub wieder zurück im Büro waren, hat der Bürgermeister die Entfernung der Parte beauftragt“, schildert eine Gemeindebedienstete als Zeugin vor Gericht.

Irminsul und „Tatenruhm“ als politische Chiffren
Die Irminsul wurde von den Nazis verwendet und teilweise als Alternative zum christlichen Kreuzsymbol in Stellung gebracht. Auch die SS-Organisation „Deutsches Ahnenerbe“ verwendete sie als Symbol. Im Zusammenspiel mit dem Spruch „Und ewig lebt der Toten Tatenruhm“, von dem die Nazis häufig Gebrauch machten, um ihre gefallenen Helden und Märtyrer zu ehren, bestehe kein Zweifel am politischen Gehalt der Parte, führte die Staatsanwältin aus. Für interessierte Kreise stelle dies eine Glorifizierung, Verherrlichung, Revitalisierung und ein Wiederaufleben der NS-Ideologie dar, so die Staatsanwältin.

Hinzukommt, dass in jener Langenloiser Liegenschaft, in der René Schimanek hauptwohnsitzlich gemeldet war, Unmengen an NS-Devotionalien gefunden wurden. Ermittler sprachen von einem „Nazi-Museum“. Ein Teil der beschlagnahmten Gegenstände, vom Nazi-Dolch bis zum Hitler-Porträt, wurde im Gerichtssaal ausgestellt. Sie waren zwar nicht Teil der Anklage – die Staatsanwaltschaft stellt ein Verfahren gegen René Schimanek diesbezüglich ein, weil niemand bezeugen könne, dass die inkriminierten Gegenstände René Schimanek gehören – sollten den Geschworenen aber vermitteln, was sich im Umfeld des Angeklagten so zuträgt.

Zu den Vorwürfen äußerte sich der Angeklagte nur dürftig und teils widersprüchlich. Der Partezettel sei auf Wunsch des Vaters erstellt worden, gestaltet habe er ihn aber selber nach dessen Ableben. Es sollte eine „würdige Traueranzeige“ werden. Welche Bedeutung das Runensymbol für den Angeklagten habe, will die Richterin wissen? Es sei ein Lebensbaum-Symbol, das er bei einer gemeinsamen Deutschlandrundfahrt mit seinem Vater kennengelernt hätte. Ein Bezug zur NS-Zeit sei ihm nicht in den Sinn gekommen.

Was der Angeklagte dazu sage, dass das Symbol auf diversen Nazi-Seiten im Internet verwendet wird, fragt die Richterin? „Glauben Sie mir, als Repräsentant der Freiheitlichen Partei habe ich mir ausführlich Gedanken darüber gemacht, welches Symbol ich verwende“, meinte Schimanek. Er wolle ja jeden Schaden für sich und die Partei abwenden. Ob ihm bei diesen Gedankengängen nicht aufgefallen ist, dass die Rune nicht nur von den Nazis verwendet wurde, sondern auch in der Neonazi-Szene Verbreitung findet, hakt die Richterin nach. Er habe keine Internetrecherche gemacht, sondern nur in Büchern aus der Bibliothek seines Vaters dazu gelesen. Die Irminsul würde den Kreislauf des Lebens, das Werden und Vergehen abbilden.

In den Unterlagen seines Vaters sei er dann auch über den Spruch gestoßen, der den Partezettel neben der Rune zierte. „Den habe ich dort öfter auf Todesanzeigen gesehen“, rechtfertigt sich der Angeklagte. Es sei ein Spruch, der die „Leistungen meines Vaters“, seine „politischen Leistungen“ würdigen sollte. Der Vater war immerhin nicht nur langjähriger FPÖ-Politiker, sondern auch Konrad-Lorenz-Preisträger, führt der Angeklagte aus. Ob der Spruch eine Nähe zum Nationalsozialismus habe? Definitiv nicht, lässt der Angeklagte wissen. Ob man bei einer Recherche nicht darauf stoßen würde, dass der Spruch dazu diente, den Heldentod zu glorifizieren und damit die Nazi-Gräuel zu rechtfertigen, fragt die Richterin? Das könne er nicht nachvollziehen, antwortet der Angeklagte knapp.

Seit 2002 nicht mehr im Elternhaus?
Die Richterin will von René Schimanek auch noch wissen, wem die einschlägigen 58 Gegenstände gehören, die bei einer Hausdurchsuchung im November 2024 von der Polizei in seinem Hauptwohnsitz gefunden und sichergestellt wurden? Ihm nicht, und er wisse auch nicht, wem die gehören sollten, beteuerte er. Er wohne seit 2002 nicht mehr dort. Wann er das letzte Mal dort war – zu Weihnachten, im Sommer? Ob ihm die Gegenstände davor aufgefallen sind, in seiner Kindheit, fragt die Richterin nach. Er sei seit 2002 nicht mehr dort gewesen und davor hätte er dort keine NS-Devotionalien wahrgenommen. Also sind diese Gegenstände auf wundersame Weise zwischen 2002 und 2024 dort hingekommen, fragt die Richterin verdutzt. Und ob darüber nicht in der Familie gesprochen wurde? Nicht wirklich, meint der Angeklagte. Er könne darüber keine Angaben machen.

Die Mails, das familiäre Umfeld und ein Angriff aufs Verbotsgesetz
In ihrem Schlusswort betont die Staatsanwältin den unstrittigen Sachverhalt, dass René Schimanek die Veröffentlichung der Parte veranlasst habe. Es stelle sich noch die Frage der subjektiven Tatseite. Hier sei der Angeklagte aufgrund seines familiären Umfelds spätestes mit der Verurteilung seines Bruders wegen NS-Wiederbetätigung im Jahr 1995 mit der Nazi-Zeit und dessen Fortleben konfrontiert worden. Die Staatsanwältin kommt auch auf jene E-Mails zu sprechen, die vom Grünen Nationalratsabgeordneten Lukas Hammer veröffentlicht wurden, und weswegen René Schimanek seinen Job als Büroleiter des Nationalratspräsidenten Rosenkranz räumen musste. Dort unterhielt er sich mit seinem Bruder und weiteren Neonazis über den Nationalsozialismus, gab sich historisch interessiert, bezeichnete eine Dokumentation über Hitler als „Geschichtsfälschung“ und verabschiedete sich mit „Üblicher Gruß“.

In Summe scheint der Zufall einfach zu groß, dass René Schimanek aus purer Unwissenheit Symbol und Spruch auf der Parte verwendete. In der Zusammenschau und mit der gegebenen Beweislage muss der Angeklagter es ernstlich für möglich gehalten oder sich damit abgefunden haben, dass Kenner der rechtsextremen Szene sich durch die Traueranzeige angesprochen und in ihrer Ideologie bestärkt fühlen. Aus diesem Grund sei ein Schuldspruch mehr als angebracht, so die Staatsanwältin. Denn das Verbotsgesetz ziele eben darauf ab, jedes Wiederbeleben oder Bestärken der NS-Ideologie im Keim zu ersticken.

Das sah der Verteidiger Werner Tomanek naturgemäß anders. Wikipedia sagt, die Rune sei völlig unbedenklich und nicht verboten. Das Kapitel über die Bedeutung der Irminsul im NS und danach in rechtsextremen Kreisen muss Tomanek übersehen haben!

Für seine familiäre Situation könne der Angeklagte nichts. Außerdem hat er nur das gemacht, „was sein Papa wollen hat“. Tomanek nutzte das Schlusswort auch für einen Angriff auf das Verbotsgesetz. Dieses sei in einer historischen Situation 1947 beschlossen worden, weil man Angst hatte, dass die Heimkehrer die NSDAP wiedergründen. Aber heutzutage werde es zur Gesinnungsjustiz missbraucht. Man muss schon Angst haben, was man in der Öffentlichkeit sagt. Was vor Jahren noch völlig normal war, geht heute nicht mehr. Vor allem in der Kriegsgeneration, da war man noch ganz andere Sprüche gewohnt.

Und nun, nur weil der Lueger was gegen Juden gesagt hat, will man die Statue kippen. Das gleiche werde auch mit den ganzen Kriegerdenkmälern geschehen. Denn dort findet sich manchmal auch jenes Symbol und jener Spruch, derentwegen sein Mandant heute vor Gericht steht. Dabei sei es gerade der Umgang der Bevölkerung – Volk dürfe man ja nicht sagen, „da muss man aufpassen“ – mit den eigenen Toten, wo man ablesen könne, ob ein Volk „zivilisiert“ agiere oder eine Bande „ehrloser Gesellen“ sei.

Dass Tomanek den Gegenwartsbezug des Verbotsgesetzes für hinfällig erklärt und mit der Rede von den „ehrlosen Gesellen“ genau jenen Wortlaut aufgreift, mit dem Kurt Waldheim Vertreter des Jüdischen Weltkongresses antisemitisch attackierte, ist mehr als ein patscherter Ausrutscher. So war Tomanek als Mitglied der Burschenschaft Olympia selbst in der rechtsextremen Szene aktiv. 1987 beteiligte er sich am Saalschutz für eine Veranstaltung am Wiener Juridicum, bei der der Neonazi Reinhold Oberlercher Juden als „bakterieller Krankheitserreger“ bezeichnete. Auch Gottfried Küssel war dort anwesend.

Kurze Beratungen, Schuldspruch und ein Rücktritt
René Schimanek hat den Ausführungen seines Verteidigers nichts hinzuzufügen. Nach relativ kurzer Beratung steht dann auch das Urteil der Geschworenen fest: Fünf von acht Stimmen halten den Angeklagten der nationalsozialistischen Wiederbetätigung für schuldig. Er wird nach Paragraf 3g Verbotsgesetz (Absätze eins und zwei) zu zwölf Monaten auf drei Jahre Probezeit bedingt verurteilt. Die Verteidigung legt keine Rechtsmittel ein und akzeptiert das Urteil, die Staatsanwaltschaft gibt keine Erklärung ab, womit das Urteil nicht rechtskräftig ist.

René Schimanek erläuterte nach dem Urteilsspruch vor Journalist:innen, er werde sein Mandat als Stadtrat und seine FPÖ-Parteimitgliedschaft niederlegen.

Schimanek Rücktritt (cSdR)

René Schimanek erklärt direkt nach dem Prozess seinen Rücktritt
als FPÖ-Stadtrat in Langenlois und seinen Austritt aus der FPÖ (© SdR)

Reaktionen: „Bankrotterklärung” für Rosenkranz
Die Grünen sahen in dem Schuldspruch eine „politische Bankrotterklärung“ für Nationalratspräsident Rosenkranz. Er müsse sich „die Frage gefallen lassen, welche politischen Konsequenzen es hat, wenn man jemanden mit einem derartigen Hintergrund zu seinem engsten Mitarbeiter macht und ihn trotz aller Vorwürfe verteidigt“, teilte Lukas Hammer, Rechtsextremismussprecher der Grünen, in einer Aussendung mit. Der SPÖ-Bundesgeschäftsführer Klaus Seltenheim „fordert Kickl auf, sich von Schimanek zu distanzieren und in seinen Reihen endlich für Ordnung zu sorgen“. Die Forderung ist berechtigt. Laut „Falter“ (28.10.25) ist Schimanek vom Parlament als Abteilungsleiter internationale Bildungspolitik ins „Freiheitliche Bildungsinstitut“ gewechselt.

Wir danken für die Prozessbeobachtung!

derstandard.at (12.3.26): „Schuldspruch für Schimanek wegen NS-Wiederbetätigung – Ex-Bürochef von Rosenkranz tritt als FPÖ-Stadtrat zurück“

#zusammenHaltNÖ is watching you… 
Gemeinderatssitzung in Langenlois am 25.9.2025

Noch immer fordern wir den Rücktritt von René Schimanek als Stadtrat von Langenlois!
In den bekannt gewordenen Mails ist eine Verbindung zu NS-Ideologie offensichtlich und führte zum Rücktritt von René Schimanek als Büroleiter von FPÖ Nationalratspräsident Rosenkranz – siehe Stoppt die Rechten. Unter anderem fand eine e-mail Korrespondenz zwischen H.J. Schimanek jun. und seinem Bruder René statt, die schweren Rassismus und einschlägige NS-Codes enthält (siehe Stoppt die Rechten). H.J. Schimanek jun. wurde bereits wegen NS-Wiederbetätigung verurteilt und wohnt jetzt wieder im Bezirk Langenlois. Jahrelang wurde vieles in der Umgebung vertuscht und verharmlost. Auch werden viele Langenloiser*innen bis heute eingeschüchtert, wie aus dem neu erschienenen Buch „Der „Tag X““ von Gernot Rohrhofer hervorgeht. Im Rahmen der Gemeinderatssitzung am 25.9.25 haben wir Bürgermeister Leopold ein Exemplar überreicht und bei vielen Gesprächen mit Gemeinderät*innen unseren Protest ausgedrückt.

 

#zusammenHaltNÖ is watching you:
Gemeinderatssitzung in Langenlois am 27.3.2025

Wir protestieren auch diesmal wieder dagegen, dass René Schimanek – trotz Ermittlungen wegen des Verdachts der NS-Wiederbetätigung und des Waffenbesitzes – das Mandat des Stadtrats ausübt. Wir fordern gemeinsam mit kritischen Langenloiser*innen den Rücktritt Schimaneks.

Diesmal verfolgen rund 50 Personen die Gemeinderatssitzung, in der es u.a. um die Kündigung des Forsthaus-Mietvertrages zwischen der Stadt Langenlois und der Familie Schimanek geht.

Während der Gemeinderatssitzung begründet die Vertreterin der Grüne Fraktion warum Schimanek eine Belastung für Langenlois ist und fordert unmissverständlich den Rücktritt Schimaneks. Sie erntet anhaltenden Applaus. Auch die SPÖ nimmt Stellung. Der Bürgermeister/ÖVP bekennt sich zwar zu „Nie wieder“ und will NS-Umtriebe konsequent von Langenlois fernhalten, doch er betont, dass für Schimanek die Unschuldsvermutung gelte.

Auch Schimanek äußert sich. Er stellt sich als Opfer dar, beschimpft seine Kritiker*innen und erklärt, er habe seinen Job als Büroleiter des Nationalratspräsidenten Rosenkranz nur deshalb aufgegeben, um Schaden von Rosenkranz abzuwenden. Und was ist mit dem Schaden an Langenlois? fragen das Publikum und ein Vertreter der Grünen. Dieser Schaden könnte mit einem Rücktritt abgewendet werden…

#zusammenHaltNÖ wird weiterhin beobachten, die empörten Langenloiser*innen unterstützen und Rechtsextremismus in Langenlois und anderswo bekämpfen

Flyer

PRESSETEXT: #zusammenHaltNÖ | So., 2.3.2025

René Schimanek ist als Stadtrat in Langenlois nicht tragbar

UTL: Die unabhängige Initiative #zusammenHaltNÖ fordert, dass das Stadtratsmandat von René Schimanek ruhend gestellt wird.

Anlässlich der konstituierenden Gemeinderatssitzung am 3.3.2025 in Langenlois werden Bürgermeister*in, Vizebürgermeister*in, Stadträt*innen und weitere Funktionsträger*innen gewählt. #zusammenHaltNÖ sieht jetzt die Möglichkeit, René Schimanek kein weiteres Mal zum Stadtrat zu wählen bzw. dass sein Mandat ruhend gestellt wird.

Gegen René Schimanek wird aktuell wegen Verstöße gegen das Verbots- und Waffengesetz ermittelt. Schimanek hatte bis zuletzt bestritten, mit rechtsradikalem Gedankengut oder Neonazis etwas zu tun zu haben, geschweige denn mit den „Sächsischen Separatisten/SS“. Nunmehr aufgetauchte Mail-Verläufe aus den Jahren 2010-2015 legen nahe, dass sich Schimanek mit seinem Bruder Hans Jörg Schimanek jun. und anderen Männern, die zumindest teilweise aus der neonazistischen Szene stammen, regelmäßig ausgetauscht hat. Die Inhalte dieser Mails deuten stark auf eine einschlägige Gesinnung hin.

Durch die Mail-Korrespondenz unter Druck geraten, führt René Schimanek seit 1. März 2025 seine Funktion als Büroleiter von Nationalratspräsidenten Rosenkranz nicht mehr aus.

#zusammenHaltNÖ fordert vom Bürgermeister und den Stadt- und Gemeinderät*innen aller Parteien, dass sie all ihre Möglichkeiten nutzen, um René Schimanek als Stadtrat zu verhindern, solange die Ermittlungen gegen ihn laufen.

Wir fordern dies, um Schaden von der Gemeinde, von Niederösterreich und von ganz Österreich abzuwenden. Allein die eingeschränkte Zusammenarbeit der deutschen und österreichischen Behörden in Bezug auf Ermittlungen zu rechtextremen und terroristischen Verbindungen zeigt schon jetzt die Auswirkungen eines enormen Reputationsschadens und stellt ein Sicherheitsrisiko für alle dar.

#zusammenHaltNÖ fordert konsequentes Vorgehen gegen jegliche Form von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit und Aufarbeitung der NS-Betätigungen in Langenlois und Umgebung.

Hintergrundinformation | Aussendung von „Stoppt die Rechten“ vom 28.02.2025:
Anfrage: NS-Glorifizierung, Antisemitismus und Rassismus: René Schimanek und sein E-Mail-Verkehr

Krems, 2.3.2025

Pressetext 2.3.2025

Fall Schimanek und die Sächs. Separatisten

OFFENER BRIEF: Gemeinderatssitzung 3.3.2025 Langenlois | R. Schimanek | Stadtrat

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Mag. Harald Leopold,
sehr geehrte Stadt- und Gemeinderät*innen,

die unabhängige Initiative #zusammenHaltNÖ setzt sich für Menschenrechte, Demokratie und Klimaschutz ein (https://zusammenhaltnoe.at/).
Die Medien haben über die Ereignisse rund um das Forsthaus bei Kronsegg und die Familie Schimanek ausführlich berichtet. Ihnen sind die Vorgänge bestens bekannt, wir erlauben uns nichtsdestotrotz, unsere Zusammenstellung des „Falles Schimanek und seine Verbindung zu den Sächsischen Separatisten“ im Anhang zu übermitteln.

Dass im Forsthaus, seit den 1970er Jahren von der Familie Schimanek gemietet, im November 2024 30 kg Munition und NS-Devotionalien gefunden wurden und das Forsthaus als Rückzugsort Sächsischen Separatisten hätte dienen sollen, empfinden wir als zutiefst beunruhigend.

Aktuell ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen René Schimanek wegen mutmaßlicher Verbindungen zu einer rechtsextremen deutschen Gruppierung. Er war zum Zeitpunkt der Durchsuchung im Forsthaus hauptwohnsitzgemeldet. Es gilt die Unschuldsvermutung.

René Schimanek bekleidet das Amt eines Stadtrates in Langenlois. Wir von #zusammenHaltNÖ, betrachten es als unvereinbar, dass eine Person ein öffentliches Amt bekleidet, gegen die Ermittlungen laufen. Wir befürchten, dass so eine heikle Situation Schaden für die
Gemeinde Langenlois, für Niederösterreich und Österreich nach sich ziehen kann. Langenlois wird regelmäßig durch aktive rechtsradikale Kreise in negative Schlagzeilen gebracht. Das kann nicht im Sinne der Stadtgemeinde sein.

Bei der konstituierenden Sitzung am 3.3.2025 werden die Stadträt*innen gewählt. René Schimanek stellt sich dem Vernehmen nach der Wahl. Nun meinen wir, dass in Anbetracht der Rechtsextremismus-Ermittlungen gegen René Schimanek sein Mandat ruhend gestellt
werden sollte. Wir ersuchen Sie, alle Ihnen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten zu nützen, um René Schimanek als Stadtrat zu verhindern, solange die Ermittlungen laufen. Zumindest braucht es aber ein klares Zeichen, dass René Schimanek als Stadtrat von keiner der im Gemeinderat vertretenden Parteien (außer von der FPÖ) eine Stimme bekommt.

Wir erkennen das Vorhaben der Gemeindevertreter*innen von ÖVP, Grüne und SPÖ den Mietvertrag zwischen der Stadt Langenlois und der Familie Schimanek zu kündigen, als wichtiges Signal. Die Idee, aus dem Forsthaus ein Museum zu machen, finden wir verfolgenswert.
Ein Museum würde eine wissenschaftlich fundierte Aufarbeitung der Geschichte inklusive der rechtsradikalen Umtriebe seit den 1980er Jahren ermöglichen.

Auch in Hinblick auf den Tourismusstandort Langenlois wäre das eine Chance, die Negativberichterstattung über rechtsextremistische Umtriebe durch positive Meldungen über die Aufarbeitung der Geschichte zu ersetzen. Langenlois hat weit mehr zu bieten als Rechtsextreme.

Neben unserem Ersuchen, René Schimanek als Stadtrat zu verhindern bzw. sein Mandat ruhend zu stellen, unterstützen wir auch die Forderung von SPÖ und Grünen auf Bundesebene, Schimanek als Büroleiter des Nationalratspräsidenten Rosenkranz zu suspendieren, bis allen Vorwürfen nachgegangen wurde.

Wir appellieren an Sie als Bürgermeister und an Sie als Stadt- und Gemeinderät*innen für Demokratie und Menschenrechte einzutreten und (neo-)faschistischen, menschenfeindlichen und antidemokratischen Umsturzplänen und Ideologien in Langenlois keinen Raum zu
geben.

Mit freundlichen Grüßen,
Mag. Gerhard Buchberger
Mag. Gerlinde Buchberger, MA
Dr. Gundi Dick, MA
Mag. iur. Anna Distelberger, BA BA
Florian Schmiedecker, BA

Krems, 26.2.2025

OFFENER BRIEF Bgm.Leopold

#zusammenHaltNÖ